OnePlus One: Ein „Flagshipkiller“ zum Schnäppchenpreis

Seit ziemlich genau einer Woche habe ich ein neues Handy. Es handelt sich dabei um das OnePlus One. Der Hersteller OnePlus ist erst seit diesem Jahr neu auf dem Markt und hatte sich von Anfang an vorgenommen, einen „Flagshipkiller“ zu bauen, also ein Handy, das die Geräte der Konkurrenten von Apple über Samsung bis Sony, HTC oder Motorola in den Schatten stellt. Als Startup eine dermaßen dicke Lippe riskieren, kann das gut gehen?

Es kann: Das One sieht wahnsinnig schick aus, hat eine weiche, sandpapierartige Rückseite, vorne kein hässliches Herstellerlogo und einen 5,5 Zoll großen Bildschirm. Doch nicht nur von außen macht es was her, auch technisch muss das einzige Produkt des Herstellers keinen Vergleich scheuen. Die Kombination aus einem aktuellen Snapdragon 801-Prozessor und 3GB Arbeitspeicher hält locker auch mit den Besten der Branche mit. Dass man keine zusätzliche Speicherkarte einbauen kann, wird durch die für die meisten Nutzer sicher ausreichenden 64 GB internen Speicher ganz gut ausgeglichen.

Damit die Performance so richtig zündet, setzt man nicht auf das herkömmliche Android mit herstellerseitigen Spezialfunktionen, die gerne mal richtig auf Akku und Leistung drücken, sondern nutzt eine nur wenig veränderte Variante des CyanogenMods, bei dem es sich um das am meisten verbreitete Android-Derivat handelt. CyanogenMod sieht aus wie Android und fühlt sich auch so an, es hat allerdings wesentlich mehr Einstellungsmöglichkeiten und auch einige kleine, aber feine Zusatzfunktionen. Beim One lässt sich so zum Beispiel die Bildschirmhelligkeit durch das streifen über die Statusleiste verändern, das Handy lässt sich aus dem Standby-Modus durch zweifaches Klopfen auf den Bildschirm „aufwecken“ und zweifaches Klopfen auf die Statusleiste lässt es wieder in den Standby-Modus entschlummern. Das Telefon verfügt über drei Hardwaretasten für „Home“, „Menü“ und „Zurück“ am unteren Rand, die allerdings auch mit völlig anderen Funktionen belegt werden können. Bei mir beendet langes Drücken auf „Zurück“ zum Beispiel ein Programm komplett und langes Drüclem auf „Menü“ öffnet die Multitasking-Ansicht. Doppeltes Tippen auf „Home“ öffnet die Kamera und „Ein/Aus“ habe ich im Kamerabetrieb als Auslöser definiert. Das sind alles Dinge, die man nach eigenem Geschmack beliebig einstellen kann, aber nicht muss. Wer die Hardwaretasten komplett anders verwenden will, der kann sich „Multitasking“, „Home“ und „Zurück“ auch als reine Bildschirmtasten einstellen, wie das bei einigen modereren Geräten, beispielsweise den Nexus-Androiden schon von Haus aus der Fall ist.

Bemerkenswert ist der Akku, der mit 3100 mAh verhältnismäßig stark ist. Ich komme damit normalerweise problemlos durch den Tag – auch dann, wenn ich viel mache. Und wenn es doch mal vorzeitig zu leer werden sollte, hilft das 2,1 mA-Netzteil und das Spezialkabel beim schnellen aufladen. Nach einer halben Stunde ist das Gerät wieder zu einem Drittel voll, nach 90 Minuten sind wir bei fast 100%.

Hinten hat das One eine 13 Megapixel Kamera mit Sony-Sensor, die recht ordentliche Bilder macht. Die lasse sich übrigens auf Wunsch sogar im RAW-Format speichern, was ich so auch noch nicht bei einem Handy gesehen habe. Die vordere Kamera hat 5 Megapixel, was wohl völlig ausreichend ist.

Alles in allem steht der Newcomer den gängigen Geräten der großen Hersteller in nichts nach. Der Knüller ist allerdings, dass das Gerät in der 64GB-Variante ohne Vertrag gerade mal 299 Euro kostet, was gerade mal etwas mehr als die Hälfte von dem ist, was die etablierten, großen Hersteller haben wollen. Der Wehrmutstropfen: Das One gibt es immer noch nicht im freien Verkauf, sondern nur auf Einladung. Demnächst soll es auch möglich sein, das Gerät vorzubestellen aber ob und wann man es dann bekommt, bleibt wohl erst einmal ein Glücks-, beziehungsweise Gedultsspiel.

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